We were family

Extra | ALEXANDRA MILLNER | aus FALTER 41/03 vom 08.10.2003

FAMILIENSAGA. In ihrem jüngsten Roman folgt Anna Mitgutsch drei Generationen einer in die USA ausgewanderten jüdischen Großfamilie. 

Joseph Leondouri, der Stammvater jener jüdischen Großfamilie, von der Anna Mitgutschs jüngster Roman erzählt, ist um 1900 aus der Levante nach Boston gekomme. Seine Tochter Edna ist die letzte Zeugin der ersten Emigrantengeneration der Familie und verleiht dem Text den inneren Zusammenhalt: Als Geschichtenerzählerin dominiert sie das Seder-Mahl am Vorabend des Pessachfestes und nimmt die Lesung aus der Hagada zum Anlass, Satz für Satz durch Parallelen aus der Familiengeschichte zu ergänzen und dadurch die Erinnerung an die Verstorbenen wach zu halten.

  Ihrer großen Verehrung für den hedonistischen Vater wird darin ebenso Rechnung getragen wie den gesellschaftspolitischen Ereignissen der Zwischen- und Nachkriegszeit, die sich im Familienleben spiegeln: dem Aufbau und Niedergang des jüdischen öffentlichen Lebens, den Machenschaften der Mafia


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