Sex und Sex und Sex ...

Extra | TOBIAS HEYL | aus FALTER 41/03 vom 08.10.2003

JUNGE DEUTSCHE LITERATUR. In Michael Lentz' furiosem Romandebüt geht es nur um das eine. Und um den Sound, der über alles entscheidet. 

Das Verhältnis zwischen der Liebe und der Sprache kennt eigentlich nur zwei Extreme: das Stammeln am Rande des Verstummens, weil den Liebenden die Worte fehlen für das, was sie gerade durchmachen, oder der grenzenlose Redeschwall, in dem sich die überquellenden Gefühle Bahn brechen. Michael Lentz' "Liebeserklärung", der erste Roman des Bachmann-Preisträgers von 2001, gehört in die zweite Kategorie.

  Die Handlung ist aufs Nötigste reduziert, auf einen Ich-Erzähler nämlich, der sich von seiner Ehefrau (sie heißt Z) getrennt und in eine andere Frau (sie heißt A) verliebt hat. Zwischen diesen beiden Frauen reist er mit der Bahn durch Deutschland. In seinem Kopf entsteht eine monströse Suada, die, als Liebeserklärung verstanden, manche Adressatin vermutlich verschrecken würde. Denn was sie beschwört, ist nicht die Liebe, sondern die Gier,


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