Kalter Stoff, heißes Herz

Extra | KIRSTIN BREITENFELLNER | aus FALTER 41/03 vom 08.10.2003

SCIENCE-FICTION. Im neuen Roman von Vladimir Sorokin geht es um einen besonderen Stoff. Das Material, aus dem die Geschichte des Totalitarismus gemacht ist. Eine heiß-kalte Passion. 

Konzeptkunst ist keine heiße Kunst, die einen in Emotionen stürzt, sondern Kunst, die einen Plan verfolgt, auf etwas hinauswill. Konzeptkunst hat etwas mit Verstehen zu tun und ist oft das Gegenteil von Kunstgenuss - aber nicht immer.

  Ljod ist kalt. Ljod heißt auf Russisch Eis - und ist der Stoff, aus dem Vladimir Sorokins neuer Roman gemacht ist. Sorokin, Jahrgang 1955, Postmodernist, Schüler der Moskauer Konzeptualisten und der von den russischen Traditionalisten derzeit bestgehasste Autor, dem man für seinen Roman "Der himmelblaue Speck" (deutsch: 2000) - freilich zu Unrecht - einen Prozess wegen Pornographie anhängte, hat schon von jeher ein Faible für den besonderen Stoff.

  Der bestand lange vor allem aus den diversen Komponenten des obligaten Quartetts aus Blut, Schweiß, Sperma und Scheiße.


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