Saufen und fluchen

Extra | DANIELA STRIGL | aus FALTER 41/03 vom 08.10.2003

SCHELMENROMAN. Alexej Slapovskys "Der Tag des Geldes" verhandelt Konstanten russischen Seelenlebens, russifiziert Nestroy und erinnert an Gogol. 

Ob Alexej Slapovsky, Jahrgang 1957, aufgewachsen in Saratow, Johann Nestroy kennt, weiß ich nicht. Sein jüngster Roman liest sich jedenfalls wie eine Paraphrase auf den "Lumpazivagabundus": Ein liederliches Kleeblatt kommt unverhofft zu Reichtum, der ihm aber kein Glück bringt. Zum Schluss siegt die Einsicht, dass das Geld mehr verspricht, als es hält. Weil das ein russisches Buch ist, sieht man den Schuster Knieriem gleich dreifach - alle drei Kumpane sind tüchtige Trinker: der eine mehr oder weniger hauptberuflich; der zweite, im Sold des Gouverneurs stehend, nebenbei; der dritte, ein verkrachter Dichter, quartalsmäßig und aus innerer Notwendigkeit, verdient er sein Brot doch mit der Herstellung seichtester Unterhaltung.

  Nicht ein Los macht die drei reich, sondern ein Fund: Die ungeheure Summe gehört natürlich einem Mafioso, der


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