"Das Leben ist zu kurz ..."

Extra | EDGAR SCHÜTZ | aus FALTER 41/03 vom 08.10.2003

PORTUGAL. António Lobo Antunes steht unter Schreibzwang: Sein jüngster Roman handelt von einem Lissaboner Transvestiten und bringt es auf 704 Seiten. 

Warum man schreibt? Fragen Sie einen Apfelbaum, warum er Äpfel hervorbringt." António Lobo Antunes in einem Gespräch mit der spanischen Journalistin María Luisa Blanco. Wie ein Baum, der Blüten treibt, bringt auch der mittlerweile 61-jährige Portugiese jedes Jahr einen neuen Roman heraus. Er ist ein Getriebener. Wenn er nicht schreibt, quält ihn das Gewissen, ist er besessen von dem Gedanken, dass ihn der Tod ereilen und ihm das Schreiben nehmen könnte. Jeden Tag geht er in jene Lissaboner Klinik, wo er früher als Psychiater arbeitete, um in kleiner Schrift ein paar Quartseiten vollzukritzeln.

  "Man hat so viele Pläne, und am Ende bleibt einem keine Zeit. Ich denke oft an Mozart, als er das Requiem komponierte. Seine Briefe waren dramatisch, weil er schon sehr krank war und ständig schrieb: ,Mir bleibt keine Zeit mehr, mir


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige