Schwankende Gestalten

THOMAS ASKAN VIERICH | Extra | aus FALTER 41/03 vom 08.10.2003

IRLAND. Joseph O'Connors neuer Roman erzählt im Gewand des Thrillers und der Romanze von der irischen Hungersnot im Jahr 1847. 

Joseph O'Connor überrascht immer wieder. Jeder der witzigen und raffiniert erzählten Romane des 1963 in Dublin geborenen Autors unterscheidet sich vom Vorgänger radikal - thematisch und strukturell. Diesmal liefert O'Connor alles in einem: Romanze, Thriller, historischen Roman und Anklageschrift. Und er widmet sich erstmals ausdrücklich einem irischen Thema: der katastrophalen Hungersnot von 1847.

  Der Roman spielt überwiegend auf einem Auswandererschiff nach Amerika. Auf dem ersten Deck logieren die besseren Leute, unter ihnen ein amerikanischer Journalist und der bankrotte englische Lord Merridith mit Familie, der auf der grünen Insel Land besitzt. Im Zwischendeck hausen die irischen Bauern und Handwerker, an denen sich die Reederei gesund stößt. Unter katastrophalen hygienischen Bedingungen werden sie zu Wucherpreisen wie Sklaven transportiert. Viele

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