Wir spielen Buchenwald

Extra | KLAUS KASTBERGER | aus FALTER 41/03 vom 08.10.2003

HOLOCAUST. Amir Gutfreunds großer Roman über KZ-Überlebende in Israel ordnet die Paradigmen der Holocaustliteratur neu und erklärt, dass man das Unfassliche durchaus verstehen kann. 

Der Titel ist provokant und programmatisch: "Unser Holocaust" nennt der 1963 geborene israelische Autor Amir Gutfreund einen Roman, in dem er mit großer erzählerischer Verve beschreibt, was er als Heranwachsender über den Holocaust erfahren hat und vor allem: wie er zu diesem Wissen kam. Der Holocaust, den Gutfreund meint, ist nicht der Holocaust der Geschichtsbücher und der Dokumente, und er ist damit auch nicht jener Holocaust, von dem man hierzulande zwar gerne behauptet, ihn in seiner Gesamtheit niemals verstehen zu können, über den man aber mittlerweile doch irgendwie alles zu wissen glaubt.

  Gerade in der literarischen Auseinandersetzung mit dem Thema tun sich Abgründe auf. Über die formale Angemessenheit von Holocaustbüchern denkt heute kaum mehr jemand nach. Um so erstaunlicher ist dieser


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