Reden auf Rädern

Extra | LEOPOLD FEDERMAIR | aus FALTER 41/03 vom 08.10.2003

PHILOSOPHIE. Jacques Derrida macht sich Sorgen um die Demokratie und möchte dabei selber gern ein Schurke sein. 

Ja, es geht in diesem philosophischen Buch wirklich um Schurken, um Schurkenstaaten und auch um den Schurken, welcher der kokette Jacques Derrida zu sein vorgibt. Die endlosen Sprachpirouetten des Großvaters der Dekonstruktion führen mit einem Mal zu so handfesten, aber auch bekannten, von vielen Beobachtern getroffenen Feststellungen: Die Souveränität der demokratischen Nationalstaaten stellt die Demokratie infrage, die UNO ist weder in ihrem Handeln noch in ihrer Struktur (Vetorecht des Sicherheitsrats) demokratisch.

  Macht tendiert immer zum Machtmissbrauch, die "Letztbegründung" des Rechts ist die gewaltbereite Macht, das Recht folglich immer - immer? - das Recht des Stärkeren, demokratische Systeme zerstören sich selbst, sobald sie sich ernsthaft bedroht sehen. Und der erste Schurkenstaat sind die USA, deren "Weltpolitiker" schon in der Amtszeit Bill Clintons


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