Von Stalin bis Adenauer

Extra | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 41/03 vom 08.10.2003

KUNSTGESCHICHTE. Der Maler Oskar Kokoschka war ein Opfer der NS-Kulturpolitik, bevor er zum konservativen Moderne-Verächter wurde. Eine neue Studie beschreibt Kokoschkas Spagat zwischen Widerstand und Traditionalismus. 

Jung verstorbene Künstler eignen sich zur Mythisierung. Künstler, die alt werden, tragen dagegen noch zu Lebzeiten zur eigenen Entzauberung bei, und sei es auch nur dadurch, dass sie der Nachwelt mit mehr als nur einem Image in Erinnerung bleiben. Das trifft auf den österreichischen Künstler Oskar Kokoschka (1886-1980) zu, der als junger Rebell des Expressionismus für Skandale sorgte, nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch als Adenauer-Porträtist und konservativer Leiter der Salzburger Sommerakademie Schule des Sehens in Erscheinung trat.

  Seinem mittleren Lebensabschnitt widmet sich die vorliegende Studie, die sich zwei Lebensdaten zur Klammer macht: das Jahr 1950 und das Jahr 1938. In letzerem nahm Kokoschka einen prominenten Platz in der Wanderausstellung "Entartete


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