Zertrümmerte Karriere

KARIN CHLADEK | Extra | aus FALTER 41/03 vom 08.10.2003

BIOGRAFIE. Ein neuer Sammelband erinnert an Marietta Blau (1894-1970), eine zu Unrecht vergessene Wegbereiterin der modernen Physik, die sich für ihre Forschungen auch den Nobelpreis verdient hätte. 

Sie war eine der ersten Frauen, die in Wien Physik studierten. Doch nicht nur das: Marietta Blau entwickelte in den 1920er- und 1930er-Jahren am Wiener Radiuminstitut eine revolutionäre Methode zum Nachweis von Kernteilchen mittels fotografischer Platten. Die so genannten "Zertrümmerungssterne" interpretierte die junge Forscherin richtigerweise als Spuren der Kernreaktionen, die Bestrahlung in den Fotoplatten bewirkte. Noch heute ist Blaus Methode in der medizinischen Diagnostik unverzichtbar - und nicht nur da.

  Doch Marietta Blaus Karriere kam zu einem jähen Ende, als sie nach der Machtübernahme Hitlers ins mexikanische Exil musste. Durch den Zwang, sich selbst und ihre Mutter finanziell über Wasser zu halten, ließ sie sich in einen Lehrbetrieb einspannen, der sie weit unterforderte

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