Ende des Underground

Extra | GERHARD STÖGER | aus FALTER 41/03 vom 08.10.2003

POPKULTUR. Während der Sammelband "Alles Pop?" nach subversiven Momenten im kapitalistischen Kulturbetrieb forscht, untersucht die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "testcard" linke Kulturmythen. 

Seit Tom Holert und Mark Terkessidis 1996 den Reader "Mainstream der Minderheiten" veröffentlichten, hat der deutschsprachige Popdiskurs keine wirklich aufregende Publikation mehr hervorgebracht. Trotz ihres prinzipiellen Festhaltens an der Idee von Pop als einem potenziell emanzipatorischen Medium haben es Holert/Terkessidis den Poptheoretikern und Feuilleton-Revoluzzern ja auch nicht gerade leicht gemacht: Durch ihren Abschied vom Gegensatzpaar Mainstream/Subkultur und ihre Analyse der umfassenden Eingemeindung subkultureller Strömungen in einen neuartigen, beweglichen und letztlich allumfassenden Mainstream war es in den letzten Jahren nicht einfach, ernsthaft über die politischen Potenziale von Popmusik zu sprechen, ohne umgehend einer romantisch-verklärten Banalisierung geziehen zu werden.


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