Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 42/03 vom 15.10.2003

Dieser neue junge Mann hat was drauf, findet die Großtante. Kommt so sympathisch und fesch wie der Alfons Haider rüber, als man noch nicht wusste, dass der schwul ist. Gute Manieren, sonniges Gemüt, harmloses Geplauder - das Richtige für ihren Vormittag. Peter Tichatschek, der schon als Moderator bei "Willkommen Österreich" die Untiefen der österreichischen Seele ausloten durfte und dank älterer Seherschaft zum Pensionistenexperten wurde, zeigt sich in seiner neuen Sendung "Frisch gekocht, ist halb gewonnen" (ORF 2) als professioneller Köchinnen- und Alte-Damen-Versteher. Viel charmanter als der Mattersberger-Alois, der fieseste Fernsehkoch des Landes, der in vier Jahren Dienstzeit vier hilflose Assistentinnen (Lizzy Engstler, Kathrin Reisinger, Sabine Petzl, Simone Heher) von seinen Töpfen wegmobbte, bis er dann selbst den Löffel an den Nagel hängte. Diese gehetzten kalten Augen vom Mattersberger, sagt die alte Dame, ein Blick wie ein Gletschersee, da kriegst du Angst. Dagegen der Tichatschek, so warme dunkle Augen, richtig lieb kann der schauen beim Topfgucken, und dann plaudert er noch so locker mit den Starköchen. Peter Tichatschek, der Mann, dem die Großtanten vertrauen.


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