VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 42/03 vom 15.10.2003

So kann man sich täuschen. Letzte Woche hatte ich Ihnen versprochen, die Geschichte von "Wien, wie es isst" zu erzählen, das soeben in Neuauflage angekündigt wurde. Daran ist höchstens interessant, dass wir das erste Coverfoto von einer französischen Illustrierten aus den 30er-Jahren klauten, die wir fanden, als jemand gerade seine Wohnung entrümpelte. Das Sujet der nudelessenden Dame prangte auch auf der zweiten Auflage des Büchleins, von dem in der Redaktion kaum einer geglaubt hatte, es sei marktfähig. Innerhalb eines Jahres hatten wir alles verkauft, der Anzeigenumsatz stieg, und so ist es seither jedes Jahr, und wenn sie nicht gestorben sind...

  Ich muss diese Erfolgsgeschichte abkürzen, denn damals versuchte ich, mit Günther Wawrowksy erstmals regelmäßige Sportberichterstattung im Falter zu etablieren. Günther war einer der talentiertesten Torhüter Österreichs, von Stastny entdeckt, hatte im U-21-Team, bei Rapid und bei Austria gespielt, ehe er die Karriere dem Medizinstudium opferte. Er hatte die Idee, den Goleador Hans Krankl zu besuchen, ihm Fotos aus dessen Kindheit und Jugend vorzulegen und ihn dazu assoziieren zu lassen. Krankl spielte wieder bei Rapid (Barcelona lag hinter ihm), Anlass war ein Länderspiel gegen Deutschland, und die erste Frage die, ob Krankl den Falter kenne. "Ja, den kenn ich", sprach der Goleador. "Der hat früher ein bisschen anders ausgschaut. Eine Mörderzeitung, ich habe sie schon gelesen. Eine etwas wilde Zeitung, sind auch Sachen über Musik drinnen." A.T.


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