DOLM DER WOCHE: K.-H. Grasser

Politik | aus FALTER 42/03 vom 15.10.2003

Die Österreicher lieben ihre Finanzminister, weil sie, so sagt man, angeblich alle Masochisten seien. Karl-Heinz Grasser ist nicht nur wegen seines Aussehens noch beliebter als seine Vorgänger. Die Bürger stehen auch deshalb auf ihn, weil er ihnen vormacht, wie man sich bei Finanzämtern und anderen öffentlichen Stellen gekonnt aus der Affäre zieht: deppert stellen, lieb lächeln. Ausgerechnet der Finanzminister tut so, als wüsste er nicht, was alles versteuert gehört. Echt, Geldgeschenke auch? Und Honorare, selbst wenn man sie an Kinder weitergibt? Vor ein paar Tagen flog nun auf, dass Grasser seinen Aktienbesitz - aktueller Wert: rund 130.000 Euro - dem Parlament nicht gemeldet hatte. Seine Beamten hätten ihm das nicht richtig erklärt, redete er sich raus. Wir müssen wirklich Masochisten sein, wenn wir uns einen Finanzminister halten, der nicht einmal ein einfaches Gesetz selbst lesen kann.


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