Stadtplan statt Bett

Politik | NINA HORACZEK | aus FALTER 42/03 vom 15.10.2003

ASYL Das Innenministerium gibt jungen Asylwerbern, die ohne Eltern nach Österreich kommen, keine Unterkunft, sondern drückt ihnen einen Wienplan in die Hand. 

Jetzt warten sie schon ab sechs Uhr früh auf der Straße vor unserem Amt bis wir aufsperren", sagt Gerhard Wallner, Leiter des Kompetenzzentrums für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge des Jugendamtes (MA 11). Seit Sommerbeginn häufen sich Fälle von jungen Flüchtlingen, die beim Bundesasylamt einen Asylantrag stellen und nicht in die Bundesbetreuung aufgenommen werden. Stattdessen kriegen sie von den Beamten des Innenministeriums einen Wienplan in die Hand gedrückt, auf dem das Kompetenzzentrum des Jugendamtes eingezeichnet wurde. Und das platzt schon längst aus den Nähten. "Bis Ende des Monats haben wir zwar auf 160 Plätze aufgestockt", sagt Wallner, "doch wir haben jetzt schon eine Warteliste mit circa sechzig Namen." Täglich tauchen um die 15 neue Jugendliche im Kompetenzzentrum auf, die auf der Straße stehen.


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