"Die Tschechen sind feig"

Politik | NIKLAS PERZI | aus FALTER 42/03 vom 15.10.2003

TSCHECHIEN Vor 35 Jahren wurde der "Prager Frühling" von Truppen des Warschauer Pakts niedergeschlagen. Der damalige Aktivist Petr Uhl über die Folgen der Bewegung, den Amerika-Freund Václav Havel und die Angst vor den Deutschen.

Petr Uhl, geboren 1941 in Prag, studierte Elektrotechnik. In den Jahren 1968 und 1969 war er einer der führenden Protagonisten der Studentenbewegung, die den Prager Frühling mittrug. Als Gründer der "Bewegung der revolutionären Jugend" wurde er im ersten großen politischen Prozess nach der Niederschlagung der Reformbewegung 1969 zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Uhl war 1977 Gründungsmitglied der Bürgerrechtsbewegung Charta 77 und des "Ausschusses der zu Unrecht Verfolgten", als solcher von 1979 bis 1984 erneut im Gefängnis. 1989 spielte er eine Schlüsselrolle in der "samtenen Revolution" und war für das Bürgerforum Abgeordneter des tschechoslowakischen Parlamentes. 1984 trat Uhl zwar der IV. Internationale bei, sein Hauptinteresse verlagerte


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