"Genosse Arschloch"

JASMIN BÜRGER | Politik | aus FALTER 42/03 vom 15.10.2003

KPÖ Nach der Niederlage im Novum-Prozess kündigt die KPÖ alle Mitarbeiter und stellt die "Volksstimme" ein. Jetzt wird am Stuhl von Parteichef Walter Baier gesägt. 

Wir lassen uns nicht unterkriegen, wir werden kämpfen": Michael Graber, Finanzreferent der KPÖ, will trotz leerer Kasse nicht aufgeben. Auch Parteichef Walter Baier beschwört die Einigkeit seiner demoralisierten Genossen. Von einem Transparent hinter ihm grinst Che Guevara herunter. Der kubanische Revolutionsführer ist an diesem Abend der Einzige, der lacht. Die Mitglieder des KPÖ-Bundesvorstands am Podium blicken mit betretener Miene auf rund 150 Parteimitglieder, die zur Krisensitzung vergangene Woche gekommen sind. Die wollen wissen, wie die KPÖ 85 Jahre nach ihrer Gründung trotz schwerer Finanzkrise vor dem Untergang gerettet werden soll.

  Am 23. September entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin, dass die in der ehemaligen DDR agierende Firma Novum nicht der KPÖ, sondern der Staatspartei SED gehört habe.

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