KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 42/03 vom 15.10.2003

Seit einiger Zeit erleben wir eine Welle des Neorealismus. Mit Referenzen auf die kritischen Projekte der Siebzigerjahre wird wieder recherchiert, interviewt, fotografiert - und gefilmt und die Beute dann im Kunstraum installativ aufbereitet. Dabei geht es heute weniger um die Herstellung einer Gegenöffentlichkeit als um eine allgemeinere Infragestellung von Wirklichkeitsproduktion. Auch bei der jetzt in der Secession gezeigten Diainstallation "Parallax" von Andrea Geyer (bis 16.11.) bekommt der Betrachter schnell das Gefühl, dass Information nicht im Vordergrund steht. In einer Anordnung von je acht Bildern verwebt die Künstlerin unzählige US-Zeitungsmeldungen über die politischen Veränderungen im Land mit reduziert gehaltenen Fotografien. Dabei wird deutlich, wie die Nachrichten tief greifende Entwicklungen zu kontingenten Ereignissen machen und wie Journalismus auch als staatliches Sprachrohr funktioniert. Auf der Bildebene führt Geyer mit einer wiederkehrenden Frau eine Zeugin


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