AUFGEBLÄTTERT

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 42/03 vom 15.10.2003

Verglichen mit der angloamerikanischen Welt ist Interdisziplinarität im deutschsprachigen Raum immer noch extrem unterentwickelt. Umso höher sind Publikationen wie die des Züricher Instituts für Theorie der Gestaltung und Kunst einzuschätzen, die Diskurse über die Fachgrenzen hinweg fördern.

  Der erste der nun erschienenen Aufsatzbände versammelt unter dem Titel "Person/Schauplatz" vor allem Texte mit philosophischer Ausrichtung. Spannender sind freilich jene Beiträge geraten, die konkrete Phänomene behandeln. So analysiert die Soziologin Ayse Oncu, warum in den Neunzigerjahren sexuell explizite Satirezeitschriften zu einem wichtigen Element türkischer Jugendkultur wurden. Parallel zur Einführung des Satellitenfernsehens, so Oncu, kreierten diese Comichefte eine Form, in der sowohl die importierte, kommerzielle Sexualität als auch die traditionalistische Gesellschaftsmoral parodiert werden konnte. Über die Wirkung der Massenmedien denkt auch der Kunstkritiker Jan Verwoert


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige