NÜCHTERN BETRACHTET: Die Woche des Wahnsinns

Kultur | aus FALTER 42/03 vom 15.10.2003

Der Umstand, dass ich an dieser Stelle gerne die Begeisterung für manch unterschätztes Detail oder Großstädtchen zu verbreiten pflege, hindert mich keineswegs daran, gegebenenfalls auch anzumerken, dass mit dieser Welt einiges im Argen liegt. Ich meine jetzt nicht bloß den Umstand, dass ein so strunzdummer Sack wie Dieter Bohlen mehr Bücher verkauft als, sagen wir, Susan Sontag (die allerdings genauso schlecht singt wie Dieter Bohlen). Ich meine zum Beispiel, dass vergangenen Donnerstag Teile der ortsansässigen Bevölkerung im Schutze des Vollmondes total auszurasten beliebten. Zuerst schleppen irgendwelche wohlstandsverwahrlosten Yuppie-Eltern ihren Säugling in der Unteren Viaduktgasse in ein Wirtshaus, damit sie diesem in aller Ruhe den Kinderwagen voll qualmen und ein paar schöne Gläser Wein süffeln können. Dann übersieht eine Fußgängerin auf der Invalidenstraße eine rote Ampel, was einen Autofahrer zu einer heftigen Bremsung und der nicht minder heftigen Bemerkung veranlasst,


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