DIE YLINE-CONNECTION

Grassers Riecher

Politik | aus FALTER 43/03 vom 22.10.2003

Ein Tipp unter Freunden: Als FPÖ-nahe Unternehmer rund um Werner Böhm und Haider-Intimus Ernst Hofmann im Herbst 1999 die Internetfirma Yline an die Börse brachten, schlug auch New-Economy-Freak Grasser zu. Er kaufte 295 Yline-Aktien, deren Wert sich bald verfielfachte: am Höhepunkt des Hypes waren die Anteile rund 83.000 Euro wert. Doch im Herbst 2001 schlitterte Yline in den Konkurs, gegen 22 Beteiligte laufen Vorerhebungen der Staatsanwaltschaft - unter anderem wegen des Verdachts des Betrugs und der Konkursverschleppung.

  KHG stieß seine Anteile im Dezember 2000 - als Finanzminister - für rund 15.000 Euro rechtzeitig ab. Gewinn: 4765 Euro. Weil er von seinen Freunden Infos über den drohenden Absturz erhielt, die andere Anleger nicht hatten? Analysten rieten damals noch zum Kauf von Yline-Aktien. Als er seine Anteile verkaufte, habe der Kurs den Zenit längst überschritten, verteidigt sich Grasser: "Das ist ein Beispiel, wie man es nicht macht.".

  Eine weitere Connection: Am 24. November 2000, als Grasser noch Anteile besaß, beauftragte das Finanzministerium die Yline-Tochter FirstInEx - im Vorstand saß Grasser-Schulfreund Dieter Jandl - mit dem Relaunch der hauseigenen Homepage. Kosten: über 50.000 Euro. Unvereinbar? Nein, sagt Grasser: Eine unabhängige Expertenkommission habe FirstInEx ausgewählt. An Grassers persönlicher Hompage bastelte FirstInEx ebenfalls herum - dem berühmt-berüchtigten "New Economy"-Verein war das 110.000 Euro wert. Aber auch ein SPÖ-Politiker hielt Verbindungen zu Yline: Die Steuerberatungskanzlei von Budgetsprecher Christoph Matznetter führte für das Unternehmen die Lohnverrechnung durch.


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