Keine Worte

Politik | JULIA ORTNER | aus FALTER 43/03 vom 22.10.2003

FRAUENRECHTE Es ist ein Tabu, das auch im neuen Asylgesetz nicht als eigener Asylgrund festgeschrieben wird: Drohende Genitalverstümmelung.

Erst eine Laufstegschönheit brachte das Thema Frauenbeschneidung in die Salons der westlichen Welt. Waris Dirie, Buchautorin und UNO-Sonderbotschafterin, war fünf Jahre alt, als sie beschnitten wurde. Wie täglich 6000 Mädchen, die in Ländern wie Äthiopien oder Nigeria Opfer von Genitalverstümmelungen werden - schon Kinder werden nach dem grausamen Ritus von den Hebammen ihres Dorfes beschnitten, ohne Betäubung, mit einem Messer. In Nigeria werden sogar bereits beschnittene erwachsene Frauen noch einmal verstümmelt: nach der radikalsten Methode, der "pharaonischen Beschneidung".

  Bei dieser Methode schneidet man die Klitoris, die großen und die kleinen Schamlippen ab und näht die Wunde so zu, dass nur eine Narbe zurückbleibt: solche Beschreibungen sind nicht nur dort, wo Beschneidung praktiziert wird, ein Tabu - auch in Österreich findet


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