WAFFEN IN PRIVATHAUSHALTEN: Ballermann im Wohnzimmer

Politik | aus FALTER 43/03 vom 22.10.2003

Nicht nur im Ausland erfreuen sich Waffen made in Austria großer Beliebtheit, auch österreichische Wohnungen sind hoch gerüstet: Offiziell befinden sich in heimischen Waffenschränken, Nachtkasteln und Schubladen 1,8 Millionen Schusswaffen. Experten schätzen die Dunkelziffer auf über zwei Millionen. Von tausend Österreichern haben 41 einen Waffenschein. Damit liegt Österreich bezüglich der Waffendichte weltweit hinter Südafrika auf Platz 8. In jedem fünften Haushalt ist eine Schusswaffe vorhanden, in England nur in jedem zwanzigsten. Und die gehorteten Waffen werden auch benützt: Mehr als die Hälfte aller Morde oder Mordversuche werden in Österreich mit ordnungsgemäß registrierten Pistolen und Gewehren verübt. Wer eine Waffe will, muss zwar seit 1997 einen Psychotest absolvieren, dieser darf aber beliebig oft wiederholt werden. Die Wiener Grünen wollen nun mit einer eigenen Veranstaltungsreihe auf das Waffenrisiko in Österreich aufmerksam machen:

Mittwoch, 22. Oktober: Filmabend "Bowling for Columbine" von Michael Moore, 20 Uhr, im Grünen Haus (7., Lindengasse 40).

Donnerstag, 23. Oktober: Diskussion "Der lange Nachkrieg im Irak" mit der Politologin Karin Kneissl, Sipan Sedeek vom "Human Rights Centre in Iraq", sowie dem "News"-Journalisten Thomas Seifert, 20 Uhr, im Grünen Haus (7., Lindengasse 40).

Freitag, 24. Oktober: Sofa-Talk "Waffen - die private Dimension" mit Hermes Phettberg, Maria Rösslhumer von der Plattform gegen Gewalt in der Familie, Othmar Thann vom Kuratorium für Verkehrssicherheit, 19 Uhr, in Stiegls Alter Ambulanz (Altes AKH, 9., Alser Straße 4).


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