FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 43/03 vom 22.10.2003

Schwule und Lesben im Fernsehen - ein eigenes Kapitel in einem Land, in dem Schönling Alfons Haider als Schwiegermuttertraum galt, solange die Muttis nicht wussten, dass er Männer lieber mag. In Fernsehserien kommen Homosexuelle meist nur als dämliche Klischeefiguren vor. Die hysterische Tucke, die kurz geschorene Kampflesbe, der peinliche Lederonkel. Große Ausnahmen: US-Produkte wie "Will and Grace" oder "Ellen", die nicht mehr im ORF gespielt werden, während Dauerwiederholungen mit den netten heterosexuellen jungen Leuten von "Friends" laufen. Jetzt hat Sat.1 eine Serie gestartet, in der ein sympathischer, cooler Typ den schwulen Kriminalkommissar gibt. In "Mit Herz und Handschellen" (Mo, 20.15 Uhr) geht Leo Kraft mit Kollegin Nina Metz auf Verbrecherjagd, kommt bei den Frauen gut an und wohnt mit seinem Freund Thorsten in einem kleinen Haus - richtig bürgerlich eben. Doch erfrischend anders im Vergleich zu dem, was die deutschsprachige Serienlandschaft sonst so bietet. Allerdings beschränkt sich das innovative Element der Serie auf ihre interessanten Charaktere - die Krimigeschichten selbst sind auch nicht spannender als "Kommissar Rex".


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