Traummännlein

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 43/03 vom 22.10.2003

THEATER Spätestens nach Grillparzers "Der Traum ein Leben" ist klar: Der neue Josefstadt-Direktor Hans Gratzer meint, was er sagt. 

Das Theater in der Josefstadt ist derzeit die radikalste Bühne der Stadt. Vor der Spielzeit hat der neue Direktor Hans Gratzer, gemeinsam mit seinem Chefdramaturgen Knut Boeser, zwei programmatische Losungen ausgegeben. Erstens: Back to the roots. Zumindest in der ersten Spielzeit werden ausschließlich österreichische Stücke aufgeführt. Zweitens: Alles wird gut. In der Josefstadt wurde das "Prinzip Hoffnung" ausgerufen.

  Ganz ernst genommen wurde das schon deshalb nicht, weil theaterprogrammatische Ansagen auf der Bühne erfahrungsgemäß ohnedies an Schärfe verlieren. Die erste Premiere, die Altwiener Kuriosität "Aline" von Adolf Bäuerle, wurde deshalb noch milde belächelt; nach der zweiten Premiere, Gratzers Inszenierung der Nestroy-Rarität "Mann, Frau, Kind", rieb man sich schon etwas kräftiger die Augen. Aber spätestens jetzt, nach der dritten


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