Scheiden tut weh

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 43/03 vom 22.10.2003

FILM Kompetent, augenzwinkernd und enttäuschend: "Intolerable Cruelty", eine Screwballkomödie von Joel und Ethan Coen. 

Der Film beginnt eigentlich wie ein klassischer (oder altbackener) "Der Nebenbuhler steht im Kasten"-Witz: Der Ehemann kommt nach Hause, runzelt ob des Lieferwagens in der Einfahrt die Stirn, geht die Treppen rauf ins Schlafzimmer, wo die Gattin gar aufgeregt ums zerwühlte Bett herumspringt. Ha! Im Badezimmer steht ein junger Mann; es entwickelt sich ein voltenreicher Dialog, der in der klassischen Pointe endet: "Sie sind da, um den Pool zu reinigen? Aber wir haben gar keinen Pool!"

  Zugegeben, es könnte alles schlimmer sein. Joel und Ethan Coen, das filmemachende Brüderpaar mit einer Vorliebe für verkünstelt-ironische Genrehommagen (oder Parodien, man weiß es halt nie so genau) wie "Barton Fink", "Fargo" oder "The Big Lebowski", spielen gerade oft gesehene Standards wie diesen mit einer kompetenten Prise Theatralik und Augenzwinkern durch; das geht dann gleich


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