AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 43/03 vom 22.10.2003

Dass über den exzentrischen russischen Ballettstar Rudolf Nurejew bereits einige Biografien erschienen sind, verwundert nicht: Er war ein Popstar des Balletts, ein Mann, der im Schwulenclub ebenso zu Hause war wie auf den ersten Bühnen dieser Welt und im Westen das ausschweifende Leben eines russischen Zaren führte. "Der Tänzer" von Colum McCann ist aber keine weitere Biografie, sondern versteht sich als biografischer Roman, der sich alle Freiheiten des Erzählens (einige Details sind korrekt, andere frei erfunden) gestattet. Der gut funktionierende Trick des Buches ist, zwar chronologisch das Leben von Nurejew aufzurollen, es aber aus verschiedenen Perspektiven (von der ersten Tanzlehrerin bis zu einem Halbweltganoven) zu schildern. Zusammengehalten von einer kraftvollen (manchmal auch ein bisschen kraftmeierischen) und bildstarken Sprache, ist "Der Tänzer" ein spannender und durchaus angemessener Roman über einen Mann, der bei einem Auftritt in Paris nach einer Vorstellung 18 Damenslips


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