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Extra | Christoph Lieben-Seutter, Wien Modern | aus FALTER 43/03 vom 22.10.2003

Es gehört zu den hartnäckigsten Gerüchten in der abendländischen Kulturgeschichte, dass Neue Musik schwierig sei. Das Festival Wien Modern hat mit dieser Tatsache nicht nur leben, sondern sie lustvoll zu nützen gelernt, denn schwierig ist es in der Tat, die Ohren vor dem Unerhörten zu verschließen. Wien Modern will das Unerhörte und vermeintlich Schwierige als das zeigen, was es ist: ein faszinierendes gegenwärtiges Klangerlebnis.

Für alle, die den Einstieg in diese Welt erstmals wagen wollen, bietet sich in der ersten Festivalwoche eine hervorragende Gelegenheit: Mit György Ligeti steht der bedeutendste lebende Komponist im Zentrum des Geschehens, zu dessen Kosmos nicht nur seine Hauptwerke gehören - berühmt geworden unter anderem durch Stanley Kubricks "2001: Odyssee im Weltraum" -, sondern auch die Jahrtausende alte Musik der Pygmäen Zentralafrikas, die atemberaubende "Maschinenmusik" Conlon Nancarrows oder die verführerischen Klangfarben Claude Viviers. Kaum bekannt, doch nicht weniger fesselnd ist das Werk des früh verstorbenen griechisch-ägyptischen Komponisten Jani Christou; der anarchische Hauch der Sechzigerjahre, der seine Musik umgibt, tut der Aktualität und Kraft seiner erstmals in Österreich gezeigten Arbeiten keinen Abbruch. Und schließlich gehört die letzte Woche von Wien Modern ganz dem Unbekannten, einem "Neuen Europa", das musikalisch besser kennenzulernen das Ziel des Projekts "Meridiane" ist.

Weil die Klang-, Bild- und Textwelten von Wien Modern - von den Wiener Philharmonikern bis zum polnischen Elektronik-Label "mik.musik" - glücklicher Weise nicht auf einen Punkt zu bringen sind, gibt es diese "Falter"-Beilage.

Weil die Entscheidung für den Konzertbesuch nicht immer einfach ist, gibt es den günstigen Generalpass, der den Besuch von beinahe allen Veranstaltungen des Festivals ermöglicht.

Viele anregende Stunden bei Wien Modern wünscht Ihnen


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