Bestehen vor der Tradition

Extra | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 43/03 vom 22.10.2003

LIGETI Am 28. Mai dieses Jahres wurde György Ligeti achtzig Jahre alt. Wien Modern ehrt den großen ungarischen Komponisten mit einem umfangreichen Schwerpunkt und dokumentiert damit auch dessen Ausnahmestellung in der Musikwelt. 

Wenn das Festival Wien Modern dieses Jahr die ersten sieben Tage seines vierwöchigen Programms allein dem Schaffen von György Ligeti widmet, dann ist das nicht nur eine besonders ausgiebige Gratulation an den Komponisten anlässlich seines achtzigsten Geburtstages (und für uns andere die - tatsächlich weltweit - beste Gelegenheit, sein faszinierend vielseitiges Werk in kompakter Form hören zu können); der von Pierre-Laurent Aimard konzipierte Eröffnungsschwerpunkt (siehe Kasten unten) bezeugt auch, allein schon durch seinen Umfang, die Ausnahmestellung des Ungarn mit österreichischem Pass in der Musikwelt.

  Eine Ausnahmestellung, die nicht allein in musikalischer Qualität begründet liegt, sondern auch in Ligetis kompromisslosem Individualismus, der


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