Der Korb des Ötzi

Extra | CARSTEN FASTNER / Paris | aus FALTER 43/03 vom 22.10.2003

AKA-PYGMÄEN Simha Arom hat eine der ältesten und kompliziertesten Musiken der Welt erforscht - und György Ligeti damit aus seiner Schaffenskrise geholfen. 

Aaah, merde!!!!" Simha Arom schimpft. Schon wieder klingelt das Telefon und unterbricht den quirligen 73-Jährigen mitten in seinem Lieblingsthema: der Musik der Aka-Pygmäen aus dem Kongobecken. Arom ist ein Forscher wie aus dem Bilderbuch, mit dem Witz eines Schtetl-Rabbis in jeder besseren Anekdote - und er ist ein viel gefragter Mann: Es gibt nicht viele Musikethnologen auf dieser Welt, die so genau über eine der ältesten und komplexesten Musiken der Menschheit Bescheid wissen wie er, der Anfang der Sechzigerjahre als junger Musiker in die gerade unabhängig gewordene Zentralafrikanische Republik kam und dort, statt der Militärkapelle zu zeigen, wie man Märsche bläst, lieber auszog, die Musik der Einheimischen zu erforschen.

  Zu Beginn der Achtzigerjahre, mitten in einer tiefen Schaffenskrise, war György Ligeti auf Aroms


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