Grenzerfahrung in Musik

CARSTEN FASTNER | Extra | aus FALTER 43/03 vom 22.10.2003

JANI CHRISTOU Mit Jani Christou stellt Wien Modern einen weithin vergessenen Komponisten vor - und einen der größten Mystiker in der Musik des 20. Jahrhunderts. 

Wahrscheinlich hätte der griechische Komponist Jani Christou das Zeug dazu gehabt, ein echter Star zu werden. Die Voraussetzungen dazu brachte er jedenfalls mit: Er war reich und gebildet, begabt und kreativ, er sah zudem noch ziemlich gut aus - und er hatte eine klare Vorstellung davon, wie er mit seiner Musik die Welt oder zumindest seine Zuhörer verändern könnte. Doch Jani Christou kam am 8. Januar 1970 bei einem Autounfall ums Leben, am frühen Morgen seines 44. Geburtstages. Das Werk, das er hinterließ, blieb über weite Strecken ein Torso; worum es ihm darin ging, ist allerdings - auch dank seiner ausführlichen Aufzeichnungen und theoretischen Schriften - weitgehend rekonstruierbar.

  Christou hatte den Plan, das antike griechische Drama neu zu beleben, als entfesseltes und sein Publikum entfesselndes Ritual in

  780 Wörter       4 Minuten
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