Wie modern ist Wien Modern?

Extra | JÜRG STENZL | aus FALTER 43/03 vom 22.10.2003

KOMMENTAR Den Nachholbedarf an zeitgenössischer Musik hat Wien Modern ebenso entscheidend abzubauen geholfen wie es für ihren Erfolg mitverantwortlich war. Doch wie geht das Festival heute mit der Gegenwart um? 

Wer von "zeitgenössischer Musik" spricht, schafft Missverständnisse. Nexus, das superbe neue "Zentrum für Zeitgenössische Musik" in Saalfelden, wo Jahr für Jahr eine geballte Ladung musikalischer Kreativität zum "jazzsaalfelden" zusammengebraut wird, kommt ohne Karlheinz Stockhausen und, weit erstaunlicher, auch ohne Minimal Music aus; die nicht weniger "zeitgenössische" Münchner Musica Viva hingegen scheut, wie das Pariser IRCAM, Rockiges und Jazziges mehr als jede Regierung ihre Opposition. Erfolgreich können sie trotzdem sein - oder auch langweilig.

  Dass die angeblich festen Mauern zwischen den unvereinbaren zeitgenössischen Musiken längst als Schnee von vorgestern dahingeschmolzen sind, wird seit langem überall und mit unverhohlener Befriedigung ausposaunt.


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