Komik. Urernst.

Extra | WALTER WEIDRINGER | aus FALTER 43/03 vom 22.10.2003

COMIC SENSE Clemens Gadenstätter nutzte den Erste-Bank-Kompositionspreis 2003 dazu, wieder einmal Hörerwartungen auf den Kopf zu stellen und den Möglichkeiten einer "komischen" Musik auf die Schliche zu kommen: Er schrieb ein Klavierkonzert. 

Ein Klavierkonzert. In drei Sätzen. Scherzo-Trio-Scherzo. Allen Ernstes. - Oder gerade das eben nicht: Denn den heiligen Ernst hat Clemens Gadenstätter bei seinem neuen Werk nicht im Sinn. Altertümlichen Scherzo-Humor, Slapstick oder gar Gaudi aber auch nicht. Eine der beiden maßgeblichen Ideen für das Stück, seit längerem schon im Skizzenbüchlein präsent und auf Ausarbeitung lauernd, sei "so etwas wie Komik unter Anführungszeichen" gewesen, "ohne - das muss ich sofort sagen - komische Musik schreiben zu wollen". Viel eher scheint sich Gadenstätter hier auf die Spuren Immanuel Kants zu begeben, der in seiner "Anthropologie" (1798) schrieb: "Launiger Witz heißt ein solcher, der aus der Stimmung des Kopfes zum Paradoxen hervorgeht."

  Damit


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