Wohnen wird wilder

Christian Zillner | Extra | aus FALTER 43/03 vom 22.10.2003

Viele Menschen glauben, je öder ein Haus aussieht, desto billiger war seine Errichtung", sagt der Architekt und Universitätsprofessor an der Akademie der bildenden Künste Rüdiger Lainer. "Das ist ein Irrtum. Ambitionslosigkeit ist nicht per se kostengünstiger, nur das Ergebnis sieht billig aus. Gute Architektur schafft beides: preiswerte Errichtung und ansprechende Ästhetik."

Lainer hatte sich nach seinem Studium lange mit Innovationen in Architektur und Stadtplanung befasst, ehe er als 35-Jähriger sein erstes Wohnhaus - in der Hermanngasse - gemeinsam mit den künftigen Bewohnern plante. "Es war ein partizipatives Projekt. Wir haben allerdings keine Planvorstellungen von den künftigen Bewohnern verlangt, sondern sie ihre Selbstvorstellungen und Wunschträume in Gedichten, Zeichnungen und Bildern ausdrücken lassen, daraus ihre Wohnbedürfnisse abgelesen und diese in Architektur umgesetzt. Es sind außergewöhnliche Lösungen entstanden, und die Menschen sind heute noch sehr glücklich

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