VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 44/03 vom 29.10.2003

Oft hat man gerade dann ein Pech, wenn man meint, besonderes Glück gehabt zu haben. Zum Beispiel freute sich Andreas Oberndorfer, laut Impressum zuständig für "Wien ißt", unter gleicher Durchwahl aber auch als Anzeigenverantwortlicher erreichbar, unbändig darüber, sechs ganzseitige Inserate eines Markenartiklers an Land gezogen zu haben. Das kam damals nicht alle Tage vor, und als er die Steyr-Daimler-Puch AG überredet hatte, ihre Image-Kampagne "Qualität die besteht" im Falter zu schalten, war er stolz, einen mächtigen Beitrag zum Erreichen des Jahresbudgets geleistet zu haben. Die Steyr-Inserate kamen in zwei Ausfertigungen; beiden gemeinsam war das große Produktfoto und das Austria-Qualitätssymbol. Dazu gab es eine Leiste, in der grafisch die Produktpalette dargestellt wurde. Je nach Publikum gab es sie mit oder ohne Waffen. Selbstverständlich war für den Falter die pazifistische Variante vorgesehen. Die Zeit war knapp, so lieferte die Agentur das Sujet direkt an die Druckerei. Sie erraten schon, was geschah. Das Sujet wurde verwechselt, das Steyr-Inserat erschien mit dieser Leiste:

  Die Leserschaft tobte, die folgenden Aufträge mussten storniert werden, die mühsam aufgebauten Beziehungen zu diesem und zu anderen Anzeigenkunden waren zerstört. Das Schlimmste aber: Wir hatten uns just über diese Leiste lustig gemacht, als sie in der Financial Times erschienen war. Manchmal hat man ein Pech. A.T.


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