Chance im Schatten

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 44/03 vom 29.10.2003

AUSLAND Nachdem die alten Eliten in Bolivien abgewirtschaftet haben, kommen linke Indioparteien zu einer neuen Chance. 

Gonzalo Sanchez de Lozada sah Bolivien in den letzten Tagen vor seinem Rücktritt von "Terroristen" bedroht, deren Ziel die Errichtung einer "Rauschgift-Diktatur" in dem verarmten Andenstaat sei. Die sprachliche Anleihe beim nordamerikanischen Krieg gegen den Terrorismus half dem konservativen Multimillionär wenig. Ebenso wie vor zwei Jahren sein Kollege Fernando de la Rua in Argentinien, Jamil Mahuad in Ekuador und der inzwischen steckbrieflich gesuchte Alberto Fujimori in Peru, musste der bolivianische Präsident der Volkswut Mitte Oktober weichen. Zuletzt hatte "Goni" nur mehr die oberste Militärführung und das amerikanische State Department auf seiner Seite, selbst die Koalitionspartner sahen im Präsidentenwechsel die einzige Chance zur Beruhigung der Lage.

  Carlos Mesa, der Filmemacher und Intellektuelle, der nun im umkämpften Präsidentenpalast von La Paz


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