Kommentar

Secession: Gutes Image, schlechte Show

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 44/03 vom 29.10.2003

Die Secession ist die sympathischste Kunsteinrichtung Wiens: Das Ausstellungsprogramm wird von einem Vorstand bestimmt, in dem nur Künstlerinnen und Künstler sitzen, die noch recht jung sind, sich im Kunstbetrieb aber bereits durchsetzen konnten. Der Präsident agiert ehrenamtlich als primus inter pares, was ihn wohltuend von anderen, egomanischen Museums- und Kunsthallenleitern unterscheidet. Die Secession ist arm: Sowohl vom Bund als auch von der Stadt Wien gibt es so wenig Geld, dass der älteste White Cube der Welt über jede politische Abhängigkeit erhaben ist (die privaten Sponsoren halten sich diskret im Hintergrund).

Darüber hinaus soll die Secession auch noch ein beeindruckendes Programm bieten. Wohin man auch fährt, stets heißt es: "Ja, die Secession, was für eine tolle Sache!" Kaum ein Künstler hat es bisher ausgeschlagen, der Einladung ins Haus zwischen Naschmarkt und Karlsplatz zu folgen. Die Geladenen schätzen an der Secession, dass sie von keinem Kurator bevormundet


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