The kids are not allright

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 44/03 vom 29.10.2003

FILM Wenig banale Sinnstiftung und viel melancholische Ratlosigkeit: Gus Van Sants "Elephant" verhandelt das Kolportagethema eines Amoklaufs auf ambivalente Weise. 

Was dem Osten das Koan (ein paradoxes Gleichnis), ist dem Westen der Kalenderspruch - die tägliche Erinnerung daran, dass das Leben kompliziert genug ist, und du den singulären Moment, der das Banale vom Besonderen trennt, erst dann bemerkst, wenn er längst eingetreten ist und dir der Himmel auf den Kopf fällt. Irgendwo im ersten Drittel von "Elephant", dem neuen Film von Gus Van Sant, kommt so ein Kalenderspruch lange genug ins Bild, um ihn lesen zu können: "A person's mind stretched by an idea can never go back to its original dimension." Der junge Mann, der dieses Warnschild achtlos passiert, verschwindet im Bildhintergrund; die Nachricht bleibt ungelesen, doch weil jeder Brief mit grimmiger Determiniertheit seinen Empfänger findet, ist sie trotzdem angekommen - nicht zuletzt bei uns, dem Publikum.

  "Elephant", der


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