OHREN AUF! Extended Pianos

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 44/03 vom 29.10.2003

Zu seinen nachhaltigsten musikalischen Eindrücken zählt ECM-Labelchef Manfred Eicher (siehe auch Falter 42/03) das legendäre Trio des Pianisten Bill Evans. So gesehen ist es kein Zufall, dass auf ECM die dem Geiste Evans' verpflichteten Trioaufnahmen von Keith Jarrett erschienen sind oder nun auch "Rosslyn" (ECM/Lotus) von John Taylor/Marc Johnson/Joey Baron. Einmal abgesehen davon, dass Johnson im letzten Trio von Evans den Bass bediente, zeichnet sich das Spiel der drei Herren durch jene Integrität und Individualität aus, die im Trio Evans' "erfunden" wurde. Mit einer packenden Interpretation des Irving-Berlin-Klassikers "How Deep Is the Ocean" demonstrieren die drei Musiker, dass Musik mehr ist als die Summe ihrer Einzelteile. Intensität und Spannung wird dabei gerade dadurch erzeugt, dass das gemeinsame Losswingen möglichst lange hinausgezögert wird, dass Platz für Brüche, Reibungen, Pausen bleibt, in denen die Poesie dieses Albums sich entfalten kann.

Etwas forscher geht es


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