STADTRAND

Ausgezilkt am Airport

Stadtleben | aus FALTER 44/03 vom 29.10.2003

Huch! Das Café Zilk am Flughafen Wien-Schwechat ist verschwunden! Kein Exbürgermeister als Schutzpatron aller Flugreisenden mehr. Kein beruhigend plätschernder Muhr-Brunnen gegen Angst vorm Fliegen. Schade. War doch das auf alt und bemüht gemütlich getrimmte Kaffeehaus bei den Gates am Terminal C stets die allerletzte Möglichkeit, vorm Wienverlassen noch eine mehr oder weniger originelle Wiener Melange zu bekommen. Natürlich völlig überteuert und in einer Hektik, die ganz und gar untypisch war. Sowohl fürs Kaffeehaus wie für Zilk. Gleichzeitig war das Airport-Café auch die etwas seltsame Erinnerung daran, dass der Herr Altbürgermeister Dr. Helmut Zilk in Wien mal ein sehr sehr mächtiger Mann war. Auch das Café Zilk in der City, just in der Gasse, in der Zilk wohnt, hat geschlossen. Und jetzt hat es sich also auch in Schwechat ausgezilkt. Kein Handgepäck mehr zwischen Möbeln in Pseudo-Biedermeier, kein "please proceed to gate XY" zum kleinen Braunen - Kaffeehaussterben einmal anders. Ach so: Was jetzt dort verkauft wird, wo einst Helmut Zilk Namenspatron war? Immer noch Kaffee. Oder genauer: Coffee. Statt Café Zilk gibts bei den Gates am Terminal C jetzt eine Starbucks-Filiale. "Welcome to Vienna" steht auch irgendwo. C. W.


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