Marmeladedinger

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 44/03 vom 29.10.2003

MARMELADE Hans Staud, weltweit erfolgreicher Einkocher aus Ottakring, findet, dass Konfitüre eine ganz gute Bezeichnung für eingekochte Früchte ist. 

Mitte vergangener Woche schlagzeilte die Kronen Zeitung schließlich Entwarnung: "EU lässt uns die Marmelade", hieß es da zuversichtlich. Zwischendurch hatten sich Landeshauptleute und Biobäuerinnen in Niederösterreich nämlich stark gemacht für "unsere" Marmelade, die laut EU-Verordnung Konfitüre heißen muss. Dabei hätten Dichand, Pröll und Co einfach im letzten Falter nachlesen müssen. In der Kolumne "Presseschau" zum Thema "EU-Marmelade-Diktat" wurde schließlich erklärt, dass Marmelade ein Lehnwort aus dem Portugiesischen und in deutschen Kochbüchern bereits früher aufgetaucht sei als in jenen aus Österreich. In Wien sagte man bis in die Dreißigerjahre zu eingekochtem Früchtebrei Confitüre, Gelée, Sulze oder Jam. Erst ab 1938 hieß dann alles einheitlich Marmelade. "Marmeladinger" war im Anschluss auch ein Schimpfwort


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