VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 45/03 vom 05.11.2003

Wien, November 1983, wie im Falter abgebildet: Christian Reder berichtete in einer Kombination aus Reportage und Diskussionsbericht aus einem entlegenen Wiener Winkel: "Das Zentrum ist dort von den Vororten abgeschirmt, zwischen Mariahilfer Straße und Neustiftgasse gibt es nirgends einen Durchgang. In abgeschlossenen, zum Teil baumbewachsenen Höfen existieren daher noch kleine Werkstätten vor sich hin, ein Hutmacher, eine Tischlerei. Man erwartet auf Schritt und Tritt, Erhard Busek zu begegnen, mit einem Strohhut auf dem Kopf, seine Kakteen gießend." Erraten, es ging ums MuseumsQuartier. Die Optionen, die damals zur Debatte standen: "- ,Ein Centre Pompidou auf Wiener Art' (dessen Forcierung Unterrichtsminister Helmut Zilk nachgesagt wird). - Eine Museumsinsel aus Stallburg, Hofburg, den beiden großen Museen und den Hofstallungen (für die sich vor allem die Musemsdirektoren einsetzen). - Ein ,Superwurschtelprater' rund um den mit einem Glasdach zu überdeckenden Innenhof (für den Vorstudien eines Architekten bereits vorliegen). - ,Eine Shoppig City' in der City (über die es angeblich bereits auf höchster Ebene Gespräche gibt)." Der Architekturkritiker Dietmar Steiner war auch schon da und verwies auf "die kulturelle Notwendigkeit eines intelligenten Weiterbauens auf dem Gesamtareal." Heute, 20 Jahre später, haben wir dieses Gesamtareal. Immerhin wird dort nicht mehr weitergebaut, nur noch weitergestritten. Auch Utopien haben klein angefangen. A.T.


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