"Ein bissl ein Spaß dabei"

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 45/03 vom 05.11.2003

KABARETT Seminarkabarett für Fortgeschrittene: "Anleitung zur politischen Unmündigkeit" mit Thomas Maurer und Florian Scheuba. 

Wozu Bilder malen, wenn es Fotoapparate gibt? Wozu politisches Kabarett machen, wenn die Politik selbst ein einziges Kabarett ist? Die oberschlaue Analyse, die politische Wirklichkeit Österreichs sei satirisch sozusagen nicht satisfaktionsfähig, ist natürlich Unsinn - oder hätte etwa Karl Kraus seine "Letzten Tage der Menschheit" lieber nicht schreiben sollen? In Wirklichkeit kommt es, wie immer, auf die Form an: Die Frage ist nicht, ob politisches Kabarett überhaupt noch möglich ist, sondern wie.

  Die Kabarettisten Thomas Maurer und Florian Scheuba haben darauf in ihrem ersten gemeinsamen Programm "Zwei echte Österreicher" (2000) eine überzeugende Antwort gefunden. Thema war Jörg Haider, und der Medienstar der österreichischen Politszene wurde mit dessen eigenen Mitteln geschlagen: Im Format einer Late-Night-Talkshow konnte sich Haider so ungebremst

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