SPIELPLAN

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 45/03 vom 05.11.2003

Es ist zum Heulen. Dieser Herbst ist ein absoluter Härtefall: kein spannendes Theater weit und breit. Das Schauspielhaus verirrt sich in seiner neuen Produktion "1914. Eine Enthüllung" (bis 23.11.) in blutleeres Multimedia-Theater, wie es selbst in den tiefsten Achtzigerjahren schon von vorgestern war (Regie: Aida Karic und Hausherr Airan Berg). Einem Hörspiel ähnlich, klingen lose Gedankenfetzen rund um das Attentat auf den Thronfolger Franz Ferdinand an. Die Bühne ist dämmrig, TV-Monitore hängen von der Decke, schwarz gekleidete Gestalten treten auf und erzählen bedeutungsschwer (Stimmungssoundtrack: Sofa-Surfer Wolfgang Schlögl) ihre Version des folgenschweren Ereignisses: von den Untersuchungsrichtern über den Drahtzieher des Anschlags, Danilo Ilic, bis zur Kaiserin Zita. In einer aufwendigen Bühnenkonstruktion senkt sich die Decke, und es wird enger um den inhaftierten Attentäter Gavrilo Princip. Eine etwas aufwendige Puppentheateridee für einen Abend, der zwar mit freiem


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