Kalte Frauen, böse Welt

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 45/03 vom 05.11.2003

FILM Oliver Assayas' virtuos inszenierter Cyberthriller "Demonlover" will einmal mehr zeigen, dass diese Virtual Reality noch schlimme Folgen haben wird. 

Ein VIP-Jet im Morgengrauen: Während Stewardessen lautlos das Frühstück vorbereiten, ruhen Geschäftsmänner und -frauen in ledergepolsterten Liegen. Schlafmasken bedecken ihre Augen. Niemand achtet auf die Bilder extremer Gewalt, die über die Deckenmonitore flackern und die friedliche Szene Lügen strafen.

  So beginnt Oliver Assayas' "Demonlover", eine Art Cyberthriller, der seine Energie von Anfang an aus Gegensätzen bezieht: Friede versus Gewalt; Reales versus Virtuelles. Wenig später schreitet eine Passagierin, eine elegante junge Frau, zur Bordtoilette und injiziert mit einer Spritze Betäubungsmittel in einen Becher Evian. Mit diesem Getränk wird sie ihre Konkurrentin ausschalten: reines Wasser, schmutziger Plan.

  Dass Assayas' "Demonlover" eine relativ simple, binäre Struktur hat, wird einem allerdings erst retrospektiv


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