STREIFENWEISE

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 45/03 vom 05.11.2003

Eines steht fest: Die "Matrix" findet statt, genauer "Matrix Revolutions", der dritte und letzte Teil der Sci-Fi-Trilogie. Mehr lässt sich dazu leider nicht sagen: Offenbar ist der Film so geheim, dass der (namentlich geladene) Rezensent auch nach gut zwanzigminütiger Wartezeit vor den strengen Augen dreier Security-Kräfte nicht erfahren konnte, warum Dutzende von Journalisten a) ohne Auskunft bleiben, b) ihre Taschen durchsuchen lassen und c) ihre Mobiltelefone abgeben mussten. In Zeiten US-amerikanischer Download-Paranoia leidet wohl auch die Öffentlichkeitsarbeit und macht sich jeder verdächtig, ein Krimineller zu sein. Ob einem das behagt, entscheide man selbst. Das Recht, für den Kinobesuch zu zahlen, macht einem dann voraussichtlich doch niemand streitig.

  Zu etwas Erfreulichem: Im November präsentiert das österreichische Filmmuseum das wichtige (und selten gezeigte) Werk des britischen Regie-Autoren-Duos "Powell & Pressburger". Tatsächlich zählt die Zusammenarbeit zwischen dem österreichisch-ungarischen Exilanten Emeric (ursprünglich: Imre) Pressburger und dem Engländer Michael Powell zum großen Stolz der britischen Kinogeschichte. Zu sehen sind alle dreizehn gemeinsamen Spielfilme, vom berühmten Technicolor-Balletfilm "The Red Shoes" (1948) über den sarkastischen Empire-Abgesang "The Life and Death of Colonel Blimp" bis zu weniger bekannten Filmen und Co-Produktionen; zudem noch eine Auswahl seltener Kurzfilme sowie Soloarbeiten, darunter natürlich Powells legendärer Psychothriller "Peeping Tom" (1960), in dem Karlheinz Böhm sich als Sexualmörder nachhaltig ins Out der Schwiegermutter-Skala befördert hatte.


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