"Bleib doch da!"

Stadtleben | GERALD JOHN | aus FALTER 45/03 vom 05.11.2003

MÄNNERHEIM Diese Woche sperrt Wiens berühmtestes Obdachlosenasyl zu. Von Negeranten, Hitler und bösen Weibern: eine der letzten Nächte in der Meldemannstraße. 

Die Köchin ist eine Perle. "Gebackenes Schweinernes", steht am Speiseplan, eine "sehr große Portion. Gut durchgebacken." Auch die Atmosphäre - "ruhiger als in einem Wiener Vorortewirtshaus" - hat es dem Gast angetan. Und dann die vielen Annehmlichkeiten: "Gasrechauds" stehen parat, es gibt einen Putzraum, ein "Marodenzimmer" und sogar einen Desinfektionsofen. "Ich habe unzählige Proletarierbehausungen gesehen und überall das Schlimmste geschaut", resümiert der Sozialreporter Max Winter seine Undercover-Recherche im Männerheim in der Meldemannstraße, "dass es mir ordentlich wohl tut, einmal auch von Gutem reden zu können."

  Lobeshymnen wie Winter, ein Wallraff der Zeitenwende, singt niemand mehr auf das Quartier. Heute steht das Männerheim in der Meldemannstraße 27 nicht kurz nach der Eröffnung, sondern knapp vor


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