WIEDER AM MARKT

Boris Pastinak

Stadtleben | aus FALTER 45/03 vom 05.11.2003

Wurzeln als solche sind gemüsemäßig jetzt nicht der Renner, was natürlich nicht nur ungerecht, sondern auch schade ist. Die Pastinake, zum Beispiel, war bis zum Siegeszug von Erdäpfeln und Karotte ein Grundnahrungsmittel in unseren Breiten, die Tatsache, dass sie aber sieben Monate zum Wachsen braucht, verschlechterte ihre Chancen auf Liebe. Im Laufe der Achtzigerjahre wurde die "Moorwurzel, Hammel- oder Hirschmöhre" dann wiederentdeckt, und zwar meistens als Cremesuppe. Als solche funktioniert die scharf-würzige Wurzel auch wirklich super, wobei von übermäßiger Verwendung des Schlagobers abzuraten ist, stattdessen aber zu reichlich Muskatblüte, Sternanis und schwarzem Sesam geraten werden soll. Ebenfalls ziemlich gut: Pastinaken-Chips, im Olivenöl frittieren, mit grob gestoßenem Pfeffer zu jeglichem geschmortem Fleisch.

Bei Berber, 4., Naschmarkt Stand 342.


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