Eingeseift

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 46/03 vom 12.11.2003

KOSMETIK Nicht nur in der Provence, auch im Süden Wiens wird feine Seife gesiedet.

Richtig umrühren und den richtigen Zeitpunkt erwischen ist das Wichtigste beim Seifemachen. Claudia Schneider hat in den vergangenen Jahren schon viel herumexperimentieren müssen, und die ein oder andere Ladung landete nicht am Ladentisch, sondern im Müll. Was von daher schon ziemlich ärgerlich ist, da in Schneiders Seife lauter gute und wertvolle Sachen drin sind: teure pflanzliche Öle - Oliven, Mandel, Weizenkeim -, ätherische Öle, Honig und so weiter. Doch mittlerweile hat die Seifensiederin den Dreh heraußen, und die wohlriechenden Waschstücke gelingen ihr fast immer.

"Ich bin eine Kräuterhexe", sagt Schneider von sich selbst. Das kann man auch daran erkennen, dass sie auf dem Acker hinter ihrem Haus in Vösendorf allerhand Kräuter und Blumen anbaut und erntet. Lavendel, Kamille, Rosen und Ringelblumen werden getrocknet und zu den entsprechenden Seifen verarbeitet. Angefangen hat alles damit, dass Schneider Freunde und Verwandte mit selbst gemachten Seifenstücken beglückte. Die derart Eingeseiften ermutigten die Werberin, das Seifemachen professionell anzugehen. In Büchern und Archiven suchte sie nach den besten Rezepten, und mittlerweile wird die handgemachte Seife nicht mehr verschenkt, sondern verkauft - im Internet und auf Märkten. Vor Weihnachten steht Schneider auf zwei Wiener Adventmärkten.

Für jeden Typ gibt es spezielle Seifen: Sensibelchen waschen sich mit Ringelblume, mediterrane Waschbären finden die Salbei-Rosmarin-Kombination gut, unempfindliche schrubben sich mit einer Zimtseife, in der Mohnkörnchen beim Peeling helfen. 14 Sorten gibt es insgesamt, so ein duftendes 100-Gramm-Stück kostet sechs Euro. q

Alles Seife, ab 28.11. beim Christkindlmarkt Freyung und vor der Karlskirche, www.allesseife.at


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