Koran & Kopftuch

Schleierhaft

Politik | GERALD JOHN | aus FALTER 46/03 vom 12.11.2003

Der Wille Gottes ist eindeutig. "Wenn eine Frau kein Kopftuch trägt, soll sie sich doch gleich ihr Haar abschneiden lassen", steht klipp und klar geschrieben - in der Bibel, nicht im Koran. Schon lange bevor der Islam zu Beginn des 7. Jahrhunderts seinen Siegeszug antrat, waren Schleier und Kopftuch weit verbreitete Accessoires: Im antiken Rom, im Vorderen Orient, in Persien und in Indien. Besonders Frauen der oberen Zehntausend verhüllten ihr Haupthaar, um als sittsam und anständig zu gelten. "Unter die Haube bringen" überlebte sogar in der westlichen Welt als Metapher.

  Der Koran übernahm die beliebte Tracht. "Prophet! Sag deinen Gattinnen und Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen (wenn sie austreten) sich etwas von ihrem Gewand (über den Kopf) herunterziehen. So ist es am ehesten gewährleistet, dass sie (als ehrbare Frau) erkannt und daraufhin nicht belästigt werden", befahl Gott laut Überlieferung seinem Propheten Mohammed. Allerdings verschleierte der Allmächtige


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